Kompensationskonzept Obertshausen
Mit der Aufstellung des Bebauungsplans "Gewerbegebiet Herbäcker" ergab sich für die Stadt Obertshausen ein konkreter Anlass, über eine kommunale Fachkonzeption für Ausgleichsmaßnahmen nachzudenken. Aus drei Bebauungsplanverfahren resultiert ein erforderlicher naturschutzrechtlicher Ausgleich von rund 2,3 Mio. Biotopwertpunkten, der nicht im Plangebiet sowie auf angrenzenden Flächen realisiert werden konnte.

Diese Ausgleichsverpflichtung aus dem neuen "Gewerbegebiet Herbäcker" stellt auch eine Chance dar. Die Maßnahmen sollen auf der Grundlage eines Gesamtkonzepts im Landschaftsraum um Obertshausen realisiert werden. Mit der Umsetzung der Ausgleichsmaßnahmen können gleichzeitig Synergieeffekte für das Landschafts- und Ortsbild und die Naherholungsqualität in der Hausener und Obertshausener Gemarkung erzielt werden.

Das vorliegende Kompensationskonzept ist als Basis und Handlungsleitfaden für die Ersteinrichtung und Fortführung eines kommunalen Flächen- und Maßnahmenpools zu verstehen. Ziel ist es, neben der Umsetzung des Ausgleichs für das Gewerbegebiet Herbäcker auch langfristig einen Katalog an Flächen und Maßnahmen für künftige Bauprojekte zu erstellen.

 

Zuständigkeiten
Prinzipiell gibt es für die Verwaltung eines Flächen- und Maßnahmenpools mehrere Trägerschaftsmodelle. Neben Kommunen kommen andere kommunale Gebietskörperschaften oder Fachplanungsträger als Poolträger in Frage. Außerdem gibt es privatrechtliche Formen wie Stiftungen, Vereine oder gGmbH (siehe z. B. Ökoagentur für Hessen).

Die Trägerschaft für den Flächen- und Maßnahmenpool des Freiraumkonzepts liegt beim Fachbereich 07 – Bauen, Wohnen, Umwelt und Verkehr der Stadt Obertshausen. Damit können für das neue Aufgabenfeld die vorhandenen Verwaltungsstrukturen und Kompetenzen genutzt sowie planungs- und finanzhoheitliche Aufgaben wahrgenommen werden. Als kreisangehörige Kommune muss die Stadt Obertshausen die untere Naturschutzbehörde des Kreises Offenbach in die Wahrnehmung der Pool-Aufgaben einbinden, u. a. bei der Anrechenbarkeit von Maßnahmen oder bei der Führung des Ökokontos.

 

 
 

Kompensationskataster
Das Instrumentarium zur digitalen Verwaltung des Flächen- und Maßnahmenpools ist das sogenannte Kompensationsflächenkataster. Hierfür werden die Kompensationsflächen parzellenscharf abgebildet und der Stadt Obertshausen als Shapefile mit einer zugehörigen Datenbanktabelle zur Verfügung gestellt. Diese digitalen Datengrundlagen können mit dem städtischen Geografischen Informationssystem (GIS) verwaltet und weiter bearbeitet werden. Vernetzungen zum städtischen Liegenschaftskataster oder Grünflächenkataster sind möglich. Die Datenstruktur des Kompensationsflächenkatasters orientiert sich am hessischen Naturschutz-Informationssystem (NATUREG). In diesem System werden alle Sach- und Geodaten zu Flächen mit rechtlichen Bindungen zugunsten des Naturschutzes, u. a. Schutzgebiete und Kompensationsflächen, erfasst. Eine Übertragung der städtischen Kompensationsflächen in das Landesregister NATUREG ist durch die kompatible Datenstruktur problemlos möglich. Außerdem sind auch die Schnittstellen zu den zuständigen Fachbehörden gewährleistet.

 

 

 

 

 

Das Kompensationskonzept ist ein integraler Bestandteil des Freiraumkonzepts. Es nimmt dessen übergeordnete Gestaltungsprinzipien und Vorgaben auf und trägt zu deren Umsetzung bei.


Die Biotopentwicklungs- und -pflegemaßnahmen des Kompensationskonzepts und die Gestaltungsvorschläge des Freiraumkonzepts bedingen sich gegenseitig.