Freiraum Obertshausen
Alle wollen Freiraum, aber wo und wie?


Im Zuge der Stadtentwicklung Obertshausen sollen auch der zentrale Grünbereich und der südöstliche Landschaftsraum mit dem Angelweiher, dem Kreuzloch und der Rodau-Aue auf Basis eines Freiraumkonzepts noch schöner und optimaler gestaltet werden. Denn in den Grünbereichen unserer Stadt müssen viele miteinander auskommen – die Menschen mit Ihren ganz verschiedenen Wünschen, Vorstellungen und Belangen und die Natur mit ihren Tieren und Pflanzen. So ist es nicht immer einfach, ein harmonisches Miteinander zu finden. Denn alle wollen für sich Freiraum – aber wo und wie ist das möglich?

Um diese Frage zu beantworten, fanden Bürgerspaziergänge durch diese Gebiete statt. Die Anregungen daraus wurden von Landschaftsarchitekten verarbeitet. 2010 und 2011 wurden in öffentlichen Sitzungen des Umwelt-, Verkehrs- und Bauausschusses erste und weitergehende Planungen präsentiert. Diese flossen in ein Freiraum- und Kompensationskonzept ein, das 2011 in den städtischen Gremien verabschiedet wurde.

Dieses Freiraum- und Kompensationskonzept und seine Inhalte möchten wir Ihnen hier vorstellen. Fortlaufend informieren wir Sie dann auch über dessen Realisierung.

Ihr Team des Fachbereichs 6 – Umwelt, Planen und Bauen

 

 

-------------------------------------------------------------

Holen Sie sich dazu die umfangreiche, kostenfreie
Broschüre "Freiraum- und Kompensationskonzept"!
Sie liegt in beiden Rathäusern für Sie aus.
-------------------------------------------------------------

 

Vorwort
Es geht in diesem Konzept um Freiraum. Ein Begriff, den wir vermeintlich alle kennen. Doch vor gerade einmal zehn Jahren war er selbst im bekanntesten deutschen Nachschlagewerk, dem Brockhaus, noch nicht zu finden. Das hat sich nicht ohne Grund geändert. Wer sich zeitgemäß über Wikipedia informiert, findet unter dem Stichwort „Freiraum" zwei Einträge: einmal in Bezug auf den Menschen – das „ist die Freiheit, die eine Person oder eine Gruppe zur Entwicklung, Definition und Entfaltung ihrer Identität und Kreativität benötigt".

Die andere Definition von Freiraum kommt aus dem Bereich der Landschaftsplanung und „beschreibt alle nicht durch Gebäude bebauten Flächen und umfasst sowohl Gärten, Plätze, Straßen ... als auch Gewässer, Wälder, Felder". Hier geht es also primär um die landwirtschaftlich genutzte und die freie Natur, um Tiere, Pflanzen, Biotope.

Auf den ersten Blick haben beide Definitionen nichts miteinander zu tun. Doch sie sind zwei Seiten einer Medaille und beschreiben sehr gut unser Freiraumkonzept. Dessen Ziel ist es, einerseits für Menschen physische und psychisch-mentale Freiräume zu schaffen. In ihrem nahen Umfeld. Leicht erreichbar, anregend, kommunal und doch möglichst individuell ausgerichtet. Andererseits sollen Flora und Fauna Raum gegeben werden. Zur Entfaltung, zur Bereicherung, zum Rückzug.

Dieses Konzept konnte nur im ständigen Dialog mit Ihnen – den engagierten und interessierten Personen, den Organisationen, Institutionen und Unternehmen, den Bürgern und Besuchern auf Zeit – gelingen. Durch intensive Gespräche, Begleitungen, gemeinsame Wege, kontroverse Diskussionen, klare Positionen und die Bereitschaft zum Kompromiss.

Sie lesen nun jedoch kein Rezept, sondern ein Etappenziel und ein Konzept. Noch ist nichts in Stein gemeißelt, doch wir sind gemeinsam ein gutes Stück vorangekommen. Es wäre schön, wenn Sie die Entwicklung und Umsetzung auch weiterhin wohlwollend und kritisch begleiten.



Zum Mitdenken anregen, keine Rezepte formulieren.
Theodor W. Adorno